Vom offenen Lieferschein zur fertigen Tour: So funktioniert lieferschein-basierte Disposition
Was lieferschein-basierte Disposition ist, warum sie sich von klassischer Speditions-Disposition unterscheidet und wie der Weg vom Lieferschein zur optimierten Tour aussieht.
Wer „Disposition“ hört, denkt oft an Speditionen: Frachtenbörsen, Teilladungen, Stückgut-Netzwerke. Der Alltag vieler Händler sieht anders aus – und hat einen eigenen Namen verdient: lieferschein-basierte Disposition.
Was lieferschein-basierte Disposition ist
Lieferschein-basierte Disposition ist die Tourenplanung von Unternehmen, die ihre eigene Ware an ihre eigenen Kunden ausliefern. Der Ausgangspunkt ist immer derselbe: In der Warenwirtschaft entstehen Lieferscheine – aus Aufträgen, Bestellungen, Projekten. Jeden Morgen liegt damit ein Stapel offener Lieferscheine bereit, und jemand muss entscheiden:
- Welche Lieferscheine fahren heute?
- Welche davon bilden zusammen eine Tour?
- Wer fährt die Tour – und in welcher Reihenfolge?
Typische Beispiele sind Getränkegroßhändler, Baustoff- und Dämmstoffhändler, Landhandel oder technischer Großhandel: eigener Fuhrpark oder feste Frachtführer, festes Liefergebiet, tagesaktuelle Bestellungen.
Warum das keine Speditions-Disposition ist
Speditionssoftware und Transport-Management-Systeme (TMS) sind für eine andere Welt gebaut: Sie verwalten Frachtaufträge fremder Kunden, kalkulieren Angebote, buchen Laderaum zu, rechnen Touren ab. Das ist mächtig – und für einen liefernden Händler meist zwei Nummern zu groß.
Beim Händler ist die Fracht die eigene Ware, der Auftrag ist der Lieferschein, und die Abrechnung passiert ohnehin in der Warenwirtschaft. Was fehlt, ist allein die Planungsoberfläche zwischen „Lieferschein ist offen“ und „Tour ist fertig“. Genau diese Lücke füllt eine Dispositionssoftware wie Dispomind.
Der Weg vom Lieferschein zur Tour
So sieht der Ablauf aus, wenn die Disposition direkt auf der Warenwirtschaft aufsetzt:
1. Lieferscheine laden
Die offenen Lieferscheine des Tages (oder eines Zeitraums) kommen automatisch aus dem ERP – mit Lieferadresse, Positionen und Gewichten. Kein Export, kein Abtippen, kein veralteter Stand.
2. Stopps auf der Karte bündeln
Jeder Lieferschein ist ein Pin auf der Karte, Regionen sind farblich gruppiert. Räumliche Nähe – die wichtigste Information der Tourenplanung – ist damit sichtbar statt Kopfwissen. Zusammenliegende Stopps werden per Klick zu einer Tour, Fahrer und Frachtführer werden direkt zugeordnet.
3. Route optimieren
Die Routenoptimierung berechnet die günstigste Stopp-Reihenfolge auf echten Straßen, mit Distanz und Fahrzeit je Abschnitt. Der Vorschlag wird per Klick übernommen – oder angepasst, wenn ein Kunde ein Zeitfenster hat.
4. Tourenliste zurück ins ERP
Die fertige Tour wird als Tourenliste in die Warenwirtschaft zurückgeschrieben. Kommissionierung, Ladelisten und Fahrerpapiere entstehen dort, wo sie immer entstanden sind – nur eben aus einer sauber geplanten Tour.
Woran man erkennt, dass der eigene Betrieb so weit ist
Ein paar ehrliche Indikatoren aus der Praxis:
- Die Touren entstehen in Excel, auf Papier oder an der Plantafel – und nur eine Person kann sie wirklich planen.
- Lieferscheine werden für die Planung ausgedruckt oder abgetippt.
- Ob eine gefahrene Tour gut war, kann niemand belegen; es fehlt der Vergleichsmaßstab.
- Im Urlaubs- oder Krankheitsfall wird die Disposition zum Risiko.
Treffen zwei oder mehr davon zu, lohnt sich der Blick auf ERP-integrierte Tourenplanung. Am schnellsten geht das ausprobieren: Die Live-Demo von Dispomind läuft ohne Registrierung im Browser – mit fiktiven Lieferscheinen, aber dem echten Ablauf vom offenen Lieferschein zur fertigen Tour.